Das endgültige Ende der Illusion einer "friedlichen Welt"?

Wie der Konflikt Russland/Ukraine, der zumeist verkürzt wiedergegeben wird, ohne die lange zurückliegenden Hintergründe zu berücksichtigen, wird auch der Konfliktherd "Iran/Israel/USA" schnell auf "Terror-Mullahs und was bei den jüngsten Demos passierte" reduziert, um damit einen "Präventiv-Angriff" zu rechtfertigen, ohne die Vorgeschichte, die erst die Mullahs "ermöglichte" und zu der heute brandgefährlichen Situation führte, einzubeziehen.
Die Frage muss erlaubt sein: Wer sich wirklich um das Wohl des iranischen Volkes sorgt(e), warum wurden dann nicht die jahrelangen westlichen Sanktionen angeprangert, die den Iran wirtschaftlich strangulierten und die Menschen mit Tempo in Armut führten? 

Eine weitere Frage, die sich anschließt: Ist Krieg mittlerweile (wieder) ein probates Mittel, um Probleme - egal welcher Art: Verteidigung, Angriff, Eroberung, Fremdland-Befreiung,... - zu lösen? 
Die US-Interventionen und Regime-Changes der letzten Jahrzehnte, vor allem im Nahen Osten, lassen leider daran zweifeln. Ob es diesmal anders wird?
Das "Völkerrecht" dürfte endgültig ausgedient haben, zeigt es doch ein Dilemma: Hält man sich an das Völkerrecht, werden auch Terrorregime "geschützt". Aber wo liegt die Grenze und wer zieht die Grenze? Werden die, die heute andere als "Terrorregime" bezeichnen, morgen oder übermorgen selbst als "Terrorregime" bezeichnet? 

Und der 'Elefant im Raum' wird so gut wie nicht thematisiert: Es geht - weltweit - längst um den Kampf der Systeme: Eine säkularisierte, westlich geprägte Welt vs. eine religiös-fanatisierte islamische Welt. Wird dies friedlich lösbar sein oder nur mit Krieg, Devise "Die oder Wir"?
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Dazu auch dieser Fremdbeitrag (via S. Magnet):

"Ich verstehe, dass es verlockend ist, das Ende eines bärtigen Mullah-Regimes im Iran zu wünschen. Viele feiern jetzt, wenn die Bomben fallen, sie jubeln, wenn der oberste Führer Chamenei ermordet wird. Aber ich muss Widerspruch anmelden. Warum?
Ayatollah Ali Chamenei ist tot. Das meldeten in der Nacht auch die iranischen Staatsmedien. Der bisherige oberste Führer des Iran war für seine Gegner die Verkörperung des „Satans auf Erden“. Für seine Anhänger war er die „Heiligkeit unserer Zeit“. Chamenei war sein gesamtes Leben ein Krieger in einem vom Krieg überzogenen Land. Aus dem Iran-Irak-Krieg 1982, als Chamenei Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte war, ist sein Satz überliefert: „Ich, Sprecher der Nation, der das Vertrauen des Volkes hat, sage euch: der Krieg wird bis zum letzten Blutstropfen weitergeführt.“ Chamenei wurde mehrfach verhaftet und gefoltert, überlebte (schwer verwundet) Mordanschläge und er überlebte seit Jahrzehnten die Drohungen von fünf US-Präsidenten (Bush sen., Clinton, Bush jun., Obama, Trump 1, Biden).

Das Mullah-Regime im Iran ist das vorläufige Ergebnis jahrzehntelanger Destabilisierung seitens der USA und Israel. Seit Jahrzehnten sind Angriffe, Geheimdienstoperationen, Morde und Kriege dokumentiert – und immer wieder Regime-Change von außen. Wenn wir heute historische Aufnahmen eines westlich anmutenden, nicht verschleierten Iran sehen, dann sollten wir nicht vergessen, dass schon damals die USA und Großbritannien das Öl des Landes wollten, Land und Führung unter Druck setzten, was zu Revolution und Bürgerkrieg führte. 

Persien und der Iran bestehen seit über 2.500 Jahren. Die „Islamische Republik Iran“ existiert seit 1979. Chamenei war der zweite oberste geistliche Führer (Ajatollah) der „Islamischen Republik Iran“. Viele Historiker sehen die Revolution 1979 als langfristige Folge des von CIA und MI6 orchestrierten Coups 1953 (Operation Ajax/Boot), der den demokratisch gewählten Premierminister Mohammad Mossadegh stürzte, um britische und US-Ölinteressen zu schützen. Dieser Eingriff installierte den „Shah von Persien“ als absoluten Herrscher und schürte anti-westliche Ressentiments in Iran, die 1979 explodierten. Als der Shah von Persien für den Westen seine Schuldigkeit getan hatte, entbrannte die „Islamische Revolution“ 1979. Der Shah musste fliehen, die Monarchie war zu Ende, die „Islamische Republik“ entstand. Und auch hier: 
In den Wochen vor dem Sturz des Shah (Januar 1979) hatte die Regierung von US-Präsident Jimmy Carter geheime Kontakte zu Ayatollah Ruhollah Khomeini, der aus dem Exil in Paris agierte und dann im Iran 1979 die „Islamische Republik“ errichtete... 

Der Iran hat einfach zu viel Öl. Der Iran liegt einfach dummerweise im Gebiet von Großisrael. Der Iran ist Teil der BRICS und liegt auf der neuen Seidenstraße. Der Iran hat sich bis heute nicht vor den USA in den Staub geworfen oder Gebiete freiwillig an Israel abgetreten, weshalb er immer und immer wieder mit Krieg überzogen wird. 

Ihr klatscht, weil die bösen Islamisten weggebombt werden? Darum geht es den USA keine Sekunde. Sie haben in Syrien einen weltweit gesuchten Kopfabschneider-Terroristen zum Staatschef im Anzug gemacht. Die Saudis, die jährlich hunderte Enthauptungen mit dem Schwert anordnen, sind ihre Partner. Wem die „Freiheit des iranischen Volkes“ als Argument vorgesetzt wird, der sollte alarmiert sein.
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Den Iran anzugreifen, war nach allen internationalen Regeln (ich weiß, das ist neuerdings was für Idioten und Naive) illegal. Wem nationale Souveränität und Freiheit noch etwas bedeuten, dem sollte klar sein, dass wir 2026 im großen Stil erleben, dass diese Rechte weggebombt werden - Venezuela und Iran... Sie haben nur bedingt kooperiert und sie haben die Methoden laut und klar verurteilt. Das hat sie ins Visier gerückt…"