Reisst der neue radikale US-Imperalismus die Welt komplett aus den Fugen?
So angebracht es war, dass ein Trump innenpolitisch mit dem linksideologischen Wokeness-Hokuspokus aufräumt, so unangebracht ist sein aussenpolitisches Wüten.
Trump wird jetzt erst richtig Lager bilden, in Lager, die ihn a) uneingeschränkt toll finden, egal wie diktatorisch bzw. faschistoid er auftritt und handelt, b) die ihm im Kampf gegen Links Beifall klatschen, aber ihn in seiner überbordenden imperalistischen Übergriffigkeit zum Teufel wünschen, c) die ihn von Anfang an für eine politische und menschliche Null und für narzisstisch kranken Menschen halten, der die Welt ins absolute Chaos stürzen wird, eine Gefahr für die Welt-Sicherheit darstellt und daher umgehend von der Bildfläche gehört.
Die zentrale aktuelle Frage die sich stellt: Hat der aussenpolitisch als Hooligan wirkende Trump wirklich das Zeug, die ganze Welt ins Chaos zu setzen? Sind die USA überhaupt aus ihrer Wild-West-Haltung heraus und in einer auf gegenseitige Akzeptanz gegründeten Zivilisation angekommen? Und wer ist eine grössere Gefahr für die Welt:
1. Russland, dass sich vor Jahrzehnten (Auflösung der Sowjetunion) zurückzog, aber ebenfalls seine Sicherheit schützen und Einflußsphäre halten will und das primär dafür "nur" in seiner unmittelbaren Nachbarschaft agiert (siehe Ukraine)?
2. China, dass nicht auf militärischen Imperialismus setzt, sondern auf weltweiten Ausbau und Einfluss per Wirtschaft und ausländische Einmischung bei inländischen Problemen oder an seiner Grenze (siehe Taiwan) auf das Entschiedenste zurückweist?
3. USA, die in den letzten Jahrzehnten, seit Ende des 2. WK ihre Militärstützpunkte in der ganzen Welt installiert haben, sich als Weltmacht No. 1 sehen wo andere daneben militärisch und wirtschaftlich keinen Platz haben sollen, das Recht selbst definieren und je nach Gusto sich nicht daran halten, das Völkerrecht nach Lust und Laune brechen, andere Institutionen missbrauchen (siehe NATO) um die US-Einflusssphäre radikal durchzusetzen (siehe Expansion der Nato bis an Russlands Haustür)?
Kristallisieren sich jetzt die verschiedenen Sichtweisen auf die Weltmächte, vor allem die USA heraus, die von den einen ob ihrer selbstgerechten, radikal durchgreifenden Platzhirsch-Art gemocht werden, von anderen angesichts ihrer abschreckenden militärischen Wirkung lediglich geduldet, aber nie als Freund akzeptiert und als Gefahr für den Welt-Frieden gesehen werden und wiederum von anderen gehasst werden angesichts des übergriffigen US-Imperalismus, der jetzt wieder anfängt, bestimmen zu wollen, wie andere Länder zu agieren und wie Menschen in anderen Ländern zu leben haben und brutalst zeigt, dass politisches Handeln keine Chance hat gegen das "Recht des Stärkeren"?
Und was bedeutet das für die Welt insgesamt:
1. USA, China, Russland teilen sich weltweit die Einflusssphären auf?
2. USA wollen die einzige, uneingeschränkte Hegemonialmacht der Welt werden und alle ducken sich weg und ordnen sich unter?
3. China und Russland akzeptieren den No.1-Anspruch der USA nicht mehr und es kommt zum 3. WK?
4. Andere Länder schliessen sich zu neuen Allianzen zusammen, suchen einen eigenen Weg und stellen sich den Grossmächten entgegen?