Die regelbasierte internationale Ordnung ist tot - die geopolitischen Machtverhältnisse werden neu sortiert.

Maduro ist in Venezuela weg. Muss man nicht nachtrauern. Ähnliches werden bestimmt viele Amerikaner über Trump sagen, wenn er nicht mehr Präsident ist. Oder würden auch viele Deutsche über Merz sagen, wenn er nicht mehr Bundeskanzler wäre. Gemeinsam ist diesen Dreien, dass sie nicht gut für ihr gesamtes Volk sind, jeder auf seine eigene negative Weise.

Ob Maduro ein Krimineller ist oder von den USA und der EU nicht anerkannt wird, ist eine subjekte Feststellung und nicht verallgemeinernd maßgebend. Andere Länder der Welt haben ihn anerkannt. Und wo alles allein seitens der EU Wahlen manipuliert werden bzw. Regierungen weltweit durch Putschs der USA "gewechselt" wurden und werden, Menschen vor ihren eigenen Regierungen auf der Flucht sind oder das Kriminelle Regierungschefs sind, dürfte nicht ganz unbekannt sein. 
Das Maduro wahrscheinlich ein Schwerkrimineller ist, ist zunächst eine subjektive und moralische Wertung, gibt aber anderen Ländern nicht das Recht - zumal ohne UN-Mandat - militärisch andere Länder anzugreifen und Menschen zu entführen. Das ist Handeln in "Wild-West" Manier, ein staatlicher Terrorakt und führt eine regelbasierte internationale Ordnung ad absurdum.

Die USA haben wieder - wie schon so oft - nach eigenem Gusto und Willkür einen weiteren 'RegimeChange' begangen. Nein, um Werte geht es auch diesmal nicht. Ganz simpel stehen Interessen im Vordergrund. Hier, um die eigene Einflusssphäre zu sichern und auszubauen, sich nebenbei fremdes Öl einzuverleiben und auch noch als USA die Kontrolle in Venezuela zu übernehmen. Weitere Angriffe behält sich Trump vor.

Das überrascht nicht. Dies ist klassische amerikanische Außenpolitik seit Jahrzehnten und erinnert sehr an den Startschuss des US-Imperiums: den US-Putsch gegen Mossadegh 1953, welche den Iran grundlegend veränderte.
Welches Land hat sonst den größten Geheimdienstapparat und ca. 900 Militärbasen in 95(!) Ländern, also jedem 2. Land der Welt?

Nun, wenn also spätestens jetzt klar sein dürfte, dass es reicht, andere Länder und Regierungen nach eigenen Maßstäben nicht gut zu finden, eigene Interessen oben an zu stellen, in fremde Länder einzumarschieren und militärisch einzugreifen, dann dürfen das natürlich nicht nur die USA, sondern auch andere. Es ist offensichtlich, dass die Weltmächte sich nicht (mehr) um Recht und Regeln scheren und machen, was sie wollen. Das haben die USA schon seit Jahrzehnten gemacht und die Welt hat meist verdruckst weggeschaut. Das hat Russland spätestens seit 2022 mit der "Militäroperation" in der Ukraine gemacht, die EU hat sich aber da zu heuchlerischer Empörung und Einmischung aufgerafft. Und ähnliches wird demnächst China mit Taiwan machen. Wer das dann noch als "grosses Problem" sieht, hat nichts verstanden. Und dann, wie geht's weiter? Reagieren der Westen und die Welt völlig enthemmt und entfachen den ultimativen 3. WK?